“Each person views the world from a unique standpoint, developing networks of meaning wich are based on discriminations in his mind between the similarities and differences of those things within his experience”. (Browning 1988, S. 68).
Die Planung und Organisation von Exkursionen, obwohl immer ein exzeptionelles Ereignis im Studienalltag, erfolgt zumeist in Anlehnung an konventionelle Muster des Kulturtourismus. Aktuelle Diskussionen über Exkursionsdidaktik sucht man gerade im künstlerischen bzw. kulturwissenschaftlichen Kontext vergeblich, obwohl gerade hier ein reicher Fundus hermeneutischer Methodiken zur Verfügung stehen müsste.
Parallel dazu entwickelt sich heute global ein boomender Bildungstourismus, der sich in Gestalt innovativer Reise- und Freizeitpädagogik professionalisiert. Reisen wird zunehmend als wertvolles Bildungsgut betrachtet – und vermarktet.
Warum PARIS_Backstage?
Die Abteilung Bildhauerei / Transmedialer Raum an der Universität für Gestaltung in Linz (AUT) hat deshalb für ihre vom 16:-23. Juni 2008 stattfindende Paris-Studienreise einen explorativen Ansatz gewählt.
Nach dem Motto: Action Research öffnet Türen oder auch Wahrnehmungskanäle, sollen die TeilnehmerInnen nach dem Modell der Aktionsforschung versuchen, Paris anhand von Vorrecherchen und punktuellen Feldforschungen vor Ort zu “re-konstruieren”. Zugleich kann der Overhead der Veranstaltungsorganisation partizipativ auf mehrere Teams verteilt werden, was die bedürfnisgerechten Feinabstimmung der Programmgestaltung verbessert.
Wenn sich nach Don Bannister (Bannister, D. und F. Fransella (1981): Der Mensch als Forscher) die Wirklichkeit als individuelle Interpretation in den Konstrukten eines Menschen wieder spiegelt, bedeutet dies, daß der Mensch die Interpretation einer Situation und nicht die Situation selbst begreift. D.h. ein und die selbe Situation wird von verschiedenen Menschen durchaus unterschiedlich wahrgenommen und ausgelegt. – Egal, ob mit dem Blicken des Flaneurs, dem Eventhunger des Touristen, oder mittels selektivem Kalkül strebsamer Kunsteleven: Paris wird auch in dieser Exkursion durch je individuelle Konstrukte und das Sprechen darüber als Narrativ der TeilnehmerInnen neu erschaffen werden.
Attila Kosa
(LV-Leitung LV “Strukturen & Praxen des Kunstbetriebs” / SS2008)
